Haus Energieeffizienzklasse H sanieren: Alle Kosten
Energieeffizienzklasse H: Was Sanierung wirklich kostet und wann sie sich lohnt.
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Was steckt hinter der Energieeffizienzklasse H?
Als Immobilienmakler mit über 35 Jahren Erfahrung im Rhein-Main-Gebiet begegnet mir die Energieeffizienzklasse H regelmäßig. Häuser mit dieser Einstufung sind echte Energieschleudern, und für Eigentümer wie Käufer stellen sich sofort Fragen zu Kosten, Pflichten und Fördermöglichkeiten. In diesem Beitrag erfahren Sie, was die Klasse H konkret bedeutet, welche Sanierungsmaßnahmen sinnvoll sind, was diese kosten und wie staatliche Förderungen die Investition deutlich reduzieren.
Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine fachliche Beratung. Trotz sorgfältiger Recherche übernehmen wir keine Gewähr für Richtigkeit oder Vollständigkeit.
Das Wichtigste in Kürze
Energieeffizienzklasse H ist die schlechteste Einstufung: Häuser dieser Klasse verbrauchen über 250 kWh pro Quadratmeter im Jahr und damit rund fünfmal mehr Energie als moderne Effizienzklasse-A-Gebäude.
Hohe laufende Mehrkosten: Im Vergleich zu einem Haus der Klasse D fallen bei einem typischen 150-m²-Haus jährlich rund 2.800 € mehr Heizkosten an, über zehn Jahre summiert sich das auf 28.000 €.
Sanierungspflichten gelten nach Eigentümerwechsel: Wer ein Haus der Klasse H kauft, erbt oder geschenkt bekommt, muss bestimmte Pflichtmaßnahmen innerhalb von zwei Jahren nach Grundbucheintrag umsetzen.
EU-Vorgaben verschärfen den Druck: Bis 2030 müssen Gebäude der Klassen G und H mindestens Energieeffizienzklasse E erreichen, bis 2033 Klasse D.
Sanierungskosten bewegen sich zwischen 72.000 und 120.000 €: Für ein typisches Einfamilienhaus mit 120 m² Wohnfläche fällt bei einer Komplettsanierung diese Investition an, nach Förderung reduziert sich der Eigenanteil auf rund 50.000 bis 84.000 €.
Staatliche Förderung kann bis zu 30 % und mehr betragen: Klasse-H-Gebäude erhalten als sogenannte Worst Performing Buildings einen zusätzlichen Förderbonus von 10 % über KfW und BAFA.
Kauf und Sanierung kann sich rechnen: H-Häuser werden rund 17 % günstiger angeboten als vergleichbare Klasse-D-Häuser. Nach der Sanierung ist eine Wertsteigerung von 20 bis 35 % realistisch.
Was bedeutet die Energieeffizienzklasse H für Ihr Haus?
Die Energieeffizienzklasse H ist die schlechteste Stufe auf der deutschen Energieskala, die von A+ bis H reicht. Häuser dieser Kategorie haben einen Endenergiebedarf von über 250 kWh pro Quadratmeter im Jahr. Das ist etwa fünfmal so viel wie ein Neubau der Klasse A.
In der Praxis bedeutet das: kaum oder gar keine Dämmung, Einfachverglasung, veraltete Öl- oder Gasheizungen und zugige Räume mit erhöhtem Schimmelrisiko. Typischerweise handelt es sich um Häuser, die vor den 1970er Jahren gebaut und seitdem energetisch nicht modernisiert wurden.
Offiziell werden solche Gebäude als „Worst Performing Buildings“ (WPB) eingestuft. Sie gehören zu den schlechtesten 25 % aller Wohngebäude in Deutschland. Laut EnBW trägt etwa jedes sechste Wohnhaus in Deutschland diese Einstufung.
Diese Klassifizierung hat direkte Konsequenzen: für die Heizkosten, für den Immobilienwert und zunehmend auch für gesetzliche Pflichten.
Warum sollten Sie ein Haus der Energieeffizienzklasse H sanieren?
Die Antwort liegt zunächst in den laufenden Kosten. An einem Beispiel erklärt: Bei einem 150 m² großen Haus der Klasse H mit einem Endenergiebedarf von 280 kWh/m²a entstehen jährliche Heizkosten von rund 4.940 €. Ein vergleichbares Haus der Klasse D mit 120 kWh/m²a kommt auf rund 2.120 € pro Jahr. Das sind rund 2.800 € Mehrkosten jährlich, über zehn Jahre summiert sich das auf 28.000 €.
(Quelle: www.daemmung-nord.de)
Steigende CO₂-Kosten verschärfen die Situation
Dazu kommt die wachsende Belastung durch den CO₂-Preis. 2026 liegt dieser bei 55 € pro Tonne. Bis 2030 wird ein weiterer Anstieg erwartet. Für Haushalte mit Gasheizung bedeutet das allein 2026 rund 216 € mehr im Vergleich zum Vorjahr.
(Quelle: leospardo.de)
Wertverlust und Marktrisiko
Der dritte Grund ist der Immobilienwert. Häuser der Klasse H werden laut Immowelt (2025) im Schnitt 17 % günstiger angeboten als vergleichbare Klasse-D-Häuser. Zwischen 2021 und 2025 verloren Gebäude der Klassen G und H rund 12 % an Wert, während Klasse-A-Immobilien um 13 % zulegen konnten.
(Quelle: www.immowelt.de)
Welche gesetzlichen Vorgaben gelten für Immobilien der Klasse H?
Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) und die europäische Gebäuderichtlinie (EPBD) setzen klare Rahmenbedingungen für Eigentümer von Häusern der Energieeffizienzklasse H.
Sanierungspflicht bei Eigentümerwechsel
Wer ein Haus kauft, erbt oder geschenkt bekommt, muss innerhalb von zwei Jahren nach Grundbucheintrag bestimmte Pflichtmaßnahmen erfüllen. Das gilt für alle Immobilien, bei denen nach dem 1. Februar 2002 ein Eigentümerwechsel stattgefunden hat. Die drei konkreten Pflichten sind:
Austausch von Heizungen, die älter als 30 Jahre sind (Standard- und Konstanttemperaturkessel)
Dämmung der obersten Geschossdecke auf einen U-Wert von maximal 0,24 W/m²K
Dämmung von Heizungs- und Warmwasserleitungen in unbeheizten Räumen
(Quelle: www.gesetze-im-internet.de)
Ausgenommen sind Personen, die das Gebäude seit dem 1. Februar 2002 ununterbrochen selbst bewohnen, sowie Eigentümer denkmalgeschützter Immobilien.
EU-Sanierungspflicht bis 2030 und 2033
Über die nationalen Pflichten hinaus gibt die Europäische Union klare Ziele vor. Gebäude der Klassen H, G und F müssen bis 2030 mindestens die Energieeffizienzklasse E erreichen. Bis 2033 ist Klasse D als Mindeststandard vorgesehen. Diese Vorgaben gelten auch in Deutschland und werden schrittweise in nationales Recht überführt.
Wichtig zu wissen: Bei Nichteinhaltung der Sanierungspflichten nach GEG sind Bußgelder von bis zu 50.000 € möglich.
(Quelle: www.schwaebisch-hall.de)
Welche Sanierungsmaßnahmen sind bei Energieeffizienzklasse H am wichtigsten?
Bei einem Haus der Klasse H gibt es in der Regel viel Potenzial, aber auch eine klare Reihenfolge, in der Maßnahmen den größten Effekt erzielen. Die Gebäudehülle zuerst zu dämmen, ist dabei die wichtigste Grundregel. Erst danach folgt die Heiztechnik.
Die Reihenfolge nach Einsparungshebel:
Dämmung der Gebäudehülle (Dach, Fassade, Kellerdecke): größter Einsparhebel, bildet die Grundlage für alle weiteren Maßnahmen
Fenstertausch auf Dreifachverglasung: reduziert Wärmeverluste deutlich
Heizungstausch: erst nach der Dämmung sinnvoll dimensionieren
Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung: verhindert Schimmel in neu gedämmten Gebäuden
Photovoltaikanlage: ergänzt das Gesamtsystem und erzielt hohen Return on Investment
Die möglichen Einsparungen je Maßnahme im Überblick:
| Maßnahme | Einsparung Heizkosten |
| Fassadendämmung (WDVS) | 15–25 % |
| Dachdämmung | 20–40 % |
| Kellerdeckendämmung | ca. 5 % |
| Fenster mit Dreifachverglasung | 10–15 % |
| Heizungstausch (Öl zu Wärmepumpe) | 20–40 % |
| Lüftung mit Wärmerückgewinnung | bis 10 % |
Eine vollständige Komplettsanierung kann den Energieverbrauch um bis zu 80 % senken.
Wie hoch sind die genauen Kosten beim Sanieren eines Hauses der Energieeffizienzklasse H?
Die Kosten hängen stark davon ab, welche Maßnahmen Sie umsetzen und wie umfassend Sie vorgehen. Ich gebe Ihnen hier einen vollständigen Überblick über Einzelmaßnahmen sowie konkrete Szenarien für die Komplettsanierung.
Kosten der Einzelmaßnahmen
| Maßnahme | Kosten pro m² | Typische Gesamtkosten (EFH) |
| Fassadendämmung WDVS (140 mm) | 130–250 €/m² | 19.500–37.500 € |
| Einblasdämmung Fassade | 20–50 €/m² | 3.000–7.500 € |
| Oberste Geschossdecke | 20–70 €/m² | 2.200–7.700 € |
| Zwischensparrendämmung | 70–120 €/m² | 7.700–13.200 € |
| Aufsparrendämmung | 200–350 €/m² | 22.000–38.500 € |
| Kellerdeckendämmung | 20–60 €/m² | 1.800–5.400 € |
| Fenster (Dreifachverglasung, 12 Stück) | 500–1.200 € pro Fenster | 6.000–14.400 € |
| Wärmepumpe Luft-Wasser | – | 27.000–40.000 € |
| Pelletheizung | – | 28.000–35.000 € |
| Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung | 60–90 €/m² | 6.000–9.000 € |
(Quellen: www.enbw.com, www.adac.de)
Bitte beachten Sie, dass sich diese Preise ändern können. Für aktuelle Kosten empfehle ich Ihnen ein persönliches Beratungsgespräch.
Drei konkrete Sanierungsszenarien
Szenario 1: Einblasdämmung (kostengünstig und schnell)
Die günstigste Einstiegsmöglichkeit ist die Einblasdämmung. Für ein typisches Einfamilienhaus kostet sie zwischen 3.000 und 8.000 €. Damit lassen sich 15 bis 25 % der Heizkosten einsparen. Die Amortisation gelingt in der Regel bereits nach zwei bis drei Jahren.
Szenario 2: Komplettsanierung zum Effizienzhaus 70 EE
| Maßnahme | Kosten |
| Fassadendämmung WDVS | ca. 25.000 € |
| Dachdämmung | ca. 12.000 € |
| Fenstertausch | ca. 12.000 € |
| Kellerdeckendämmung | ca. 5.000 € |
| Wärmepumpe Luft-Wasser | ca. 35.000 € |
| Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung | ca. 6.000 € |
| Planung, Beratung, Bauleitung | ca. 5.000 € |
| Gesamtkosten | ca. 100.000 € |
Nach Förderung (rund 30 %) reduziert sich der Eigenanteil auf ca. 70.000 €. Die jährliche Einsparung liegt bei 2.800 bis 3.400 €, die Amortisation bei rund 21 bis 25 Jahren.
Szenario 3: Komplettsanierung zum KfW-Effizienzhaus 55
| Maßnahme | Kosten |
| Fassade WDVS (160 mm) | 31.500 € |
| Dach Aufsparrendämmung | 33.000 € |
| Kellerdecke und Perimeterdämmung | 5.500 € |
| Fenster Dreifachverglasung (Holz-Alu) | 13.200 € |
| Wärmepumpe mit Speicher | 28.000 € |
| Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung | 9.000 € |
| Planung und Baubegleitung | 14.000 € |
| Gesamtkosten | ca. 134.200 € |
(Quelle: reduco.ai)
Als grobe Faustregel gilt: Für eine umfassende Sanierung rechnen Sie mit 600 bis 1.000 € pro Quadratmeter Wohnfläche. Bei 120 m² Wohnfläche entspricht das 72.000 bis 120.000 €.
Wertsteigerung durch Sanierung
Die Sanierung lohnt sich nicht nur bei den Betriebskosten. An einem Beispiel erklärt: Ein 140-m²-Haus der Klasse G wurde von einem Eigentümer auf Klasse B saniert. Der Marktwert stieg von rund 250.000 € auf rund 365.000 €, das entspricht einer Wertsteigerung von ca. 35 bis 42 %. Die Netto-Sanierungskosten nach Förderung lagen bei 50.000 bis 70.000 €, der Nettogewinn damit bei 45.000 bis 65.000 €.
(Quelle: reduco.ai)
Welche staatlichen Förderungen senken die Kosten Ihrer energetischen Sanierung?
Für Häuser der Energieeffizienzklasse H gibt es besonders attraktive Fördermöglichkeiten, weil sie als Worst Performing Buildings (WPB) eingestuft sind. Das bedeutet: zusätzliche Förderboni, die andere Gebäudetypen nicht erhalten.
KfW-Förderung für die Komplettsanierung
Das KfW-Programm 261 „Bundesförderung für effiziente Gebäude“ bietet zinsgünstige Kredite von bis zu 150.000 € pro Wohneinheit. Dazu kommen Tilgungszuschüsse, die je nach erreichtem Effizienzhaus-Standard zwischen 5 und 45 % betragen. Für Klasse-H-Gebäude kommt ein WPB-Bonus von 10 Prozentpunkten hinzu.
Ein Beispiel: Bei 100.000 € Sanierungskosten und einem Tilgungszuschuss von 30 % ergibt sich eine direkte Ersparnis von 30.000 €.
(Quelle: www.kfw.de)
BAFA-Förderung für Einzelmaßnahmen
Wer einzelne Maßnahmen fördert, kann über das BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle) Zuschüsse beantragen. Die Fördersätze setzen sich wie folgt zusammen:
| Förderkomponente | Prozentsatz |
| Basisfördersatz Gebäudehülle | 15–20 % |
| WPB-Bonus (Klasse H) | + 10 % |
| iSFP-Bonus (Sanierungsfahrplan) | + 5 % |
| Einkommensbonus (< 40.000 € Einkommen) | + 10 % |
| Möglicher Gesamtfördersatz | bis 70 % |
(Quelle: www.bafa.de)
Für den Heizungstausch gilt eine besonders hohe Förderung. Bei einer Wärmepumpe sind bis zu 70 % Förderung möglich. Dabei berücksichtigt die KfW maximal 30.000 € Investitionskosten. Bei einem Kaufpreis von 35.000 € für eine Wärmepumpe ergibt sich: 70 % von 30.000 € = 21.000 € Förderung, Eigenanteil rund 14.000 €.
(Quelle: www.adac.de)
Der individuelle Sanierungsfahrplan (iSFP)
Der iSFP ist ein oft unterschätztes Instrument. Er kostet für ein Einfamilienhaus zwischen 1.500 und 2.500 €, wovon das BAFA bis zu 650 € übernimmt. Der Eigenanteil liegt damit bei rund 850 bis 1.850 €.
Der Nutzen überwiegt deutlich: Jede nachfolgende Sanierungsmaßnahme erhält 5 % Extra-Förderung, und die maximale Förderbasis verdoppelt sich von 30.000 € auf 60.000 €. Das kann über alle Maßnahmen gerechnet eine Mehrförderung von durchschnittlich rund 5.400 € bedeuten.
Wichtig zu wissen: Den iSFP sollten Sie vor Beginn jeglicher Sanierungsmaßnahmen erstellen lassen, da der iSFP-Bonus nachträglich nicht mehr beantragt werden kann.
Steuerliche Alternative: § 35c EStG
Wer keine KfW- oder BAFA-Zuschüsse in Anspruch nimmt, kann alternativ 20 % der Sanierungskosten über drei Jahre steuerlich geltend machen: 7 % im ersten Jahr, 7 % im zweiten und 6 % im dritten. Der maximale Absetzungsbetrag liegt bei 40.000 € über drei Jahre.
Diese Option eignet sich besonders, wenn die Förderbeantragung nicht möglich ist oder die steuerliche Ersparnis im Einzelfall höher ausfällt.
(Quelle: § 35c EStG)
Wie gehen Sie bei der Sanierung Ihres Hauses am besten schrittweise vor?
Die Reihenfolge der Schritte ist entscheidend, denn wer Förderanträge zu spät stellt oder den Sanierungsfahrplan nach dem ersten Handwerkerauftrag erstellen lässt, verliert bares Geld.
Schritt 1: Energieausweis und Vor-Ort-Analyse
Am Anfang steht eine genaue Bestandsaufnahme. Ein Bedarfsausweis kostet zwischen 300 und 500 € und zeigt Ihnen, wo die größten Schwachstellen liegen. Ohne diese Grundlage lässt sich keine sinnvolle Sanierungsplanung aufbauen.
Schritt 2: Individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) erstellen
Noch vor dem ersten Handwerkertermin sollten Sie den iSFP beauftragen. Er zeigt die optimale Reihenfolge der Maßnahmen und welche Förderquoten Sie damit erzielen. Der Eigenanteil liegt nach BAFA-Zuschuss bei rund 850 bis 1.850 €. Diese Investition rentiert sich bereits nach wenigen Maßnahmen.
Schritt 3: Förderung beantragen, bevor die Arbeiten beginnen
Das ist eine der häufigsten und teuersten Fehler, die ich in meiner Beratungspraxis erlebe: Förderanträge bei KfW oder BAFA müssen zwingend vor Baubeginn gestellt werden. Wer erst nach dem ersten Spatenstich den Antrag einreicht, verliert den Förderanspruch vollständig.
Schritt 4: Sanierung in der richtigen Reihenfolge umsetzen
Die empfohlene Reihenfolge orientiert sich am Einsparungshebel und der Amortisationsgeschwindigkeit:
Dach oder oberste Geschossdecke: Kosten 2.200 bis 7.700 €, Einsparung 15 bis 25 %, schnelle Amortisation
Fassadendämmung: Kosten 3.000 bis 37.500 € je nach Verfahren, Einsparung 15 bis 25 %
Fenster und Türen: Kosten 6.000 bis 14.400 €, Einsparung 10 bis 15 %
Heizung: Nach der Dämmung kleiner dimensionierbar, Kosten nach Förderung ab rund 14.000 €, Einsparung 20 bis 40 %
Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung: Kosten 6.000 bis 9.000 €, verhindert Schimmelbildung im neu gedämmten Gebäude
Photovoltaik: Kosten 12.000 bis 19.000 €, über KfW 270 zu 100 % finanzierbar, hoher Return on Investment
Die Dämmung zuerst durchzuführen hat einen weiteren praktischen Vorteil: Nach der Verbesserung der Gebäudehülle lässt sich die neue Heizung kleiner und damit günstiger dimensionieren.
Lohnt sich der Kauf und die anschließende Sanierung von Häusern der Klasse H?
Diese Frage höre ich häufig von Kaufinteressenten im Rhein-Main-Gebiet. Meine Einschätzung nach über 35 Jahren als Makler: In den meisten Fällen lohnt es sich, wenn Sie die Förderungen konsequent ausschöpfen und strategisch vorgehen.
Der Kaufpreis-Vorteil als Ausgangspunkt
Häuser der Klasse H werden laut Immowelt (2025) im Schnitt 17 % günstiger angeboten als vergleichbare Klasse-D-Häuser. Bei einem Haus, das als Klasse D 250.000 € kosten würde, zahlen Sie als H-Haus nur rund 207.500 €. Das ergibt eine direkte Ersparnis von 42.500 €.
(Quelle: www.immowelt.de)
Beispielrechnung: Kauf und Komplettsanierung
| Position | Betrag |
| Kaufpreis H-Haus | 207.500 € |
| Sanierungskosten H → D (nach 30 % Förderung) | 50.000 € |
| Gesamtkosten | 257.500 € |
| Marktwert nach Sanierung (Klasse D) | 330.000–350.000 € |
| Netto-Gewinn | 72.500–92.500 € |
Hinzu kommen die laufenden Einsparungen bei den Heizkosten. Die Differenz zwischen Klasse H und D beträgt rund 2.800 € pro Jahr. Über 20 Jahre ergeben sich weitere 56.000 € an eingesparten Energiekosten.
Wann lohnt sich die Investition besonders?
Die Rechnung geht vor allem dann auf, wenn Sie den individuellen Sanierungsfahrplan nutzen und damit die 5 % Extra-Förderung mitnehmen, alle verfügbaren Boni kombinieren, insbesondere den WPB-Bonus von 10 %, und die Lage sowie der Grundstückswert der Immobilie gut sind, da die Wertsteigerung nach Sanierung dann größer ausfällt.
Bei denkmalgeschützten Gebäuden gelten besondere Einschränkungen bei den Sanierungsmaßnahmen. Hier empfehle ich immer eine individuelle Prüfung, bevor Sie eine Kaufentscheidung treffen.
Fazit: Klasse H sanieren lohnt sich mit der richtigen Strategie
Ein Haus der Energieeffizienzklasse H ist kein hoffnungsloser Fall, aber es verlangt eine kluge Herangehensweise. Die Kombination aus günstigem Kaufpreis, attraktiven Förderprogrammen und realistischer Wertsteigerung macht die Sanierung in vielen Fällen wirtschaftlich sinnvoll. Entscheidend ist, den iSFP vor Beginn der Arbeiten zu erstellen, Förderanträge rechtzeitig zu stellen und die Maßnahmen in der richtigen Reihenfolge umzusetzen.
Die gesetzlichen Pflichten nach GEG und die EU-Vorgaben bis 2030 machen deutlich: Wer jetzt handelt, handelt vorausschauend und vermeidet spätere Zwänge.
Jede Immobilie ist individuell. Ob ein Haus der Klasse H für Sie als Käufer oder als Eigentümer die richtige Investition darstellt, hängt von vielen Faktoren ab: Lage, Zustand, Fördersituation und Ihren persönlichen Zielen. Gerne bewerte ich Ihre Immobilie kostenfrei und zeige Ihnen, welche Möglichkeiten sich konkret für Sie ergeben. Jetzt kostenfreie Immobilienbewertung anfragen oder werfen Sie einen Blick auf unsere aktuellen Immobilienangebote im Rhein-Main-Gebiet.
FAQ
Ja, die Klasse H ist die schlechteste Einstufung auf der deutschen Energieskala von A+ bis H. Sie ist typisch für Häuser, die vor den 1970er Jahren gebaut und seitdem nicht energetisch saniert wurden. Solche Gebäude werden von der KfW offiziell als „Worst Performing Buildings“ eingestuft und gehören zu den schlechtesten 25 % aller Wohngebäude in Deutschland. Der Energieverbrauch liegt rund 80 % höher als bei einem Haus der Klasse A. Das bedeutet dauerhaft hohe Heizkosten und wachsende gesetzliche Anforderungen.
Das hängt davon ab, welche Maßnahmen erforderlich sind. Bei einer günstigen Einblasdämmung als Einstieg liegen die Kosten bei 15.000 bis 25.000 € für mehrere Einzelmaßnahmen. Eine umfassendere Sanierung mit WDVS-Fassade und Heizungstausch kostet nach Förderung rund 50.000 bis 70.000 € Eigenanteil. Beim Heizungstausch allein reduziert sich der Eigenanteil durch bis zu 70 % Förderung auf rund 14.000 bis 21.000 €. Die genauen Kosten richten sich immer nach dem individuellen Zustand der Immobilie.
Ja, und zwar in besonderem Umfang. Weil Klasse-H-Häuser als Worst Performing Buildings gelten, erhalten Sie einen zusätzlichen WPB-Bonus von 10 %. Kombiniert mit dem Basis-Fördersatz von 15 % und dem iSFP-Bonus von 5 % sind so 30 % Gesamtförderung über das BAFA möglich. Bei Einkommen unter 40.000 € kommt ein weiterer Einkommensbonus von 10 % hinzu, was eine Gesamtförderung von bis zu 70 % ermöglicht. Beim Heizungstausch sind über die KfW bis zu 70 % Förderung auf maximal 30.000 € Investitionskosten möglich.
(Quelle: www.bafa.de)
Nein, eine Sofortpflicht besteht nicht. Allerdings gilt nach dem Gebäudeenergiegesetz eine Zweijahresfrist für bestimmte Pflichtmaßnahmen: Der Austausch einer Heizung, die älter als 30 Jahre ist, die Dämmung der obersten Geschossdecke sowie die Dämmung von Heizungs- und Warmwasserleitungen in unbeheizten Räumen müssen innerhalb von zwei Jahren nach Grundbucheintrag erledigt sein. Ausgenommen sind Personen, die das Gebäude seit dem 1. Februar 2002 ununterbrochen selbst bewohnen. Bei Nichteinhaltung drohen Bußgelder von bis zu 50.000 €. Ab 2030 gelten durch die EU-Gebäuderichtlinie zusätzliche Anforderungen.
(Quelle: www.gesetze-im-internet.de)

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