Haus verkaufen: Wie Sie den marktgerechten Preis ermitteln
Der richtige Verkaufspreis entscheidet über Erfolg und Dauer Ihres Immobilienverkaufs
Allgemein

Die Preisfindung beim Hausverkauf verstehen
Eine fundierte Preisermittlung bildet das Herzstück jedes erfolgreichen Immobilienverkaufs. Der Preis bestimmt nicht nur, welche Käufer sich für Ihre Immobilie interessieren, sondern auch, wie lange der Verkaufsprozess dauert. Studien belegen: Ein zu hoch angesetzter Preis führt dazu, dass Häuser durchschnittlich 372 Tage auf dem Markt bleiben und letztendlich nur zu 84 % des ursprünglichen Preises verkauft werden. In diesem Beitrag erfahren Sie, welche Faktoren den Wert Ihrer Immobilie beeinflussen, welche Bewertungsverfahren zur Verfügung stehen und wie Sie typische Fehler bei der Preisfestlegung vermeiden.
Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine fachliche Beratung. Trotz sorgfältiger Recherche übernehmen wir keine Gewähr für Richtigkeit oder Vollständigkeit.
Das Wichtigste in Kürze
Präzise Wertermittlung als Erfolgsfaktor: Eine realistische Preisfestlegung verkürzt die Verkaufsdauer erheblich und führt zu besseren Verkaufserlösen.
Lage als dominanter Wertfaktor: Die Makro- und Mikrolage bestimmt maßgeblich den Immobilienwert, gefolgt von Faktoren wie Zustand, Größe und Energieeffizienz.
Drei anerkannte Bewertungsverfahren: Vergleichswertverfahren für Standardimmobilien, Ertragswertverfahren für Mietobjekte und Sachwertverfahren für spezielle Objekte bilden die gesetzliche Grundlage.
Alterswertminderung bei älteren Häusern: Pro Nutzungsjahr sinkt der Wert um etwa 1 %, kann aber durch Modernisierungen kompensiert werden.
Online-Tools versus Gutachter: Digitale Bewertungen liefern erste Orientierung, ersetzen aber keine professionelle Vor-Ort-Bewertung durch einen Sachverständigen.
Verkehrswert ist nicht gleich Angebotspreis: Der objektive Verkehrswert dient als Basis, während der Angebotspreis eine strategische Vermarktungsentscheidung darstellt.
Warum ist eine präzise Wertermittlung beim Hausverkauf so wichtig?
Die Bedeutung einer genauen Wertermittlung zeigt sich direkt in den Verkaufsergebnissen. Ein realistisch ermittelter Preis spricht gezielt die passenden Käufer an und erzeugt angemessene Nachfrage. Setzen Sie den Preis zu hoch an, bleiben die Folgen nicht aus: Ihre Immobilie verweilt länger auf dem Markt und verliert dadurch an Attraktivität.
Potenzielle Käufer beobachten heute digital genau, wie lange ein Haus bereits inseriert ist. Längere Inseratsdauern interpretieren sie als mangelnde Nachfrage, was unweigerlich zu Preissenkungen führt. Die psychologische Komponente spielt ebenfalls eine entscheidende Rolle. Private Eigentümer überschätzen den Wert ihrer Immobilie häufig aufgrund emotionaler Bindung. Persönliche Erinnerungen und Lebensabschnitte verfälschen die objektive Einschätzung.
Ein professioneller Makler arbeitet neutral und objektiv. Er stützt sich auf tatsächliche Marktdaten statt auf Gefühle. Eine korrekte Preiseinschätzung versetzt Sie in die Lage, realistische Verhandlungen zu führen. Sie vermeiden die Falle, monatelang auf einen Käufer zu warten, der bereit ist, über dem Marktwert zu zahlen.
Welche Faktoren beeinflussen den Wert, wenn Sie Ihr Haus verkaufen wollen?
Die Wertentwicklung Ihrer Immobilie hängt von einer komplexen Konstellation verschiedener Faktoren ab. Diese gliedern sich in äußere Einflüsse und Objekteigenschaften.
Die Lage als entscheidender Faktor
Die Lage dominiert alle anderen Wertfaktoren. Eine erstklassige Lage erhöht nicht nur den aktuellen Marktwert erheblich, sondern trägt auch zur langfristigen Wertbeständigkeit bei. Dabei unterscheiden Experten zwischen:
Makrolage: Die gesamte Region und Stadt mit ihrer wirtschaftlichen Stärke, Infrastruktur und Bevölkerungsstruktur
Mikrolage: Die unmittelbare Nachbarschaft, Erreichbarkeit von Schulen, Ärzten sowie Lärmbeeinflussungen
Eine gute Infrastruktur mit kurzen Wegen zu öffentlichen Verkehrsmitteln, Einkaufsmöglichkeiten und Bildungseinrichtungen wirkt sich positiv auf den Immobilienwert aus.
Baujahr, Zustand und Energieeffizienz
Das bloße Alter eines Hauses sagt wenig über seinen Wert aus. Ein gepflegtes und regelmäßig modernisiertes Haus erzielt selbst nach Jahrzehnten einen hohen Marktwert. Ein jüngeres Haus in vernachlässigtem Zustand kann dagegen deutlich weniger wert sein.
Der Altersabschlag beträgt bei normaler Instandhaltung etwa 1 % pro Nutzungsjahr. Modernisierungsmaßnahmen können diesen Wertverlust jedoch ausgleichen. Die Energieeffizienz gewinnt zunehmend an Bedeutung: Studien zeigen Preisunterschiede von bis zu 7,1 % zwischen verschiedenen Energieeffizienzklassen. In Metropolregionen wie München oder Berlin erzielen Objekte mit hohen Energieeffizienzklassen bis zu 20 % höhere Preise als vergleichbare Immobilien mit schlechteren Energieausweisen (Quellen: www.revex-immobilienbewertung.de, eigenheim-invest.de).
Größe, Aufteilung und Ausstattung
Großzügige, gut geschnittene Räume sind gefragter als verwinkelte Grundrisse. Hochwertige Ausstattungselemente steigern den Wert deutlich:
Echtholzböden
Moderne Badezimmer
Offene Wohnküchen
Zeitgemäße Heizungsanlagen
Die Grundstücksgröße spielt ebenfalls eine wichtige Rolle, wobei sie in städtischen Gebieten oft wertentscheidender ist als in ländlichen Regionen. Nach Untersuchungen des RWI Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung erzielen unsanierte Immobilien im Schnitt 12 % weniger Kaufpreis als sanierte Objekte (Quelle: www.schwaebisch-hall.de).
Externe Marktfaktoren und rechtliche Aspekte
Die allgemeine Wirtschaftslage, Bauzinsen und das regionale Verhältnis von Angebot und Nachfrage bestimmen die Preisentwicklung wesentlich. Im vierten Quartal 2025 zeigt sich der Immobilienmarkt regional stark differenziert. Die Preisindizes stiegen bei Ein- und Zweifamilienhäusern um 1,16 % und bei Wohnungen um 1,56 % im Vergleich zum Vorquartal (Quelle: www.handelsblatt.com).
Rechtliche Faktoren werden oft unterschätzt, können den Wert aber erheblich beeinflussen:
Grundbucheinträge wie Wohnrechte, Nießbrauch oder Wegerechte
Bebauungspläne
Denkmalschutzauflagen
Umweltauflagen
Ein aktueller Grundbuchauszug, nicht älter als sechs Monate, ist daher unverzichtbar bei der Wertermittlung.
Welche Verfahren gibt es, um den Preis einer Immobilie zu berechnen?
Die Immobilienwertermittlungsverordnung (ImmoWertV) regelt seit dem 1. Januar 2022 bundeseinheitlich die Ermittlung von Immobilien- und Grundstückswerten (Quelle: www.gesetze-im-internet.de). Drei anerkannte Verfahren stehen zur Verfügung:
Das Vergleichswertverfahren
Dieses Verfahren gilt als die gängigste und zuverlässigste Form der Wertermittlung, insbesondere bei Standardimmobilien:
Einfamilienhäuser
Eigentumswohnungen
Reihenhäuser
Die Methode analysiert tatsächlich erzielte Verkaufspreise ähnlicher Objekte. Entscheidende Parameter für den Vergleich sind Lage, Zustand, Größe, Ausstattung und energetische Werte. Digitale Wertrechner basieren auf diesem Verfahren und greifen auf umfangreiche Datenbanken mit aktuellen Transaktionsdaten zu.
Das Ertragswertverfahren
Primär bei vermieteten Objekten wie Mehrfamilienhäusern findet dieses Verfahren Anwendung. Es berücksichtigt die zukünftigen Mieteinnahmen:
| Berechnungsfaktor | Beschreibung |
| Jährlicher Reinertrag | Mieteinnahmen abzüglich Bewirtschaftungskosten |
| Restnutzungsdauer | Verbleibende wirtschaftliche Nutzungsdauer |
| Gebäudeertragswert | Reinertrag × Restnutzungsdauer |
Das Sachwertverfahren
Bei fehlenden Vergleichsdaten, etwa bei speziellen Neubauten oder denkmalgeschützten Objekten, kommt das Sachwertverfahren zum Einsatz. Der Wert leitet sich aus den Herstellungskosten ab:
Bodenwert und Gebäudewert werden getrennt betrachtet
Zeit- und altersbedingte Wertminderung fließt ein
Die aktuelle Marktlage wird berücksichtigt
In der Praxis wenden erfahrene Makler oft mindestens zwei Verfahren an, um den realistischen Marktwert präzise zu untermauern. Die Wahl des Verfahrens hängt von der Objektart, der Verfügbarkeit von Vergleichsdaten und den spezifischen Marktbedingungen ab.
Wie ermitteln Sie den Wert eines alten Hauses oder einer sanierungsbedürftigen Immobilie?
Die Bewertung älterer Häuser und sanierungsbedürftiger Immobilien erfordert eine besonders differenzierte Betrachtung. Der Zustand der Bausubstanz spielt die wesentliche Rolle.
Alterswertminderung verstehen und berechnen
Die Alterswertminderung drückt die altersbedingte Wertminderung aus. Bei normaler Instandhaltung beträgt der Altersabschlag etwa 1 % pro Nutzungsjahr (Quelle: wohnglueck.de). Die Berechnung erfolgt durch das Verhältnis der wirtschaftlichen Restnutzungsdauer zur Gesamtnutzungsdauer:
| Gebäudealter | Gesamtnutzungsdauer | Restnutzungsdauer | Alterswertminderung |
| 20 Jahre | 80 Jahre | 60 Jahre | 25 % |
| 40 Jahre | 80 Jahre | 40 Jahre | 50 % |
| 60 Jahre | 80 Jahre | 20 Jahre | 75 % |
(Quelle: www.heid-immobilienbewertung.de)
Die Restnutzungsdauer lässt sich durch Modernisierungs- und Instandhaltungsmaßnahmen verlängern. Besonders wertsteigernde Modernisierungen sind:
Einbau moderner Fenster
Energieeffiziente Heizungsanlagen
Neue Dämmung von Wänden und Dächern
Umfassende Badezimmersanierungen
Stark sanierungsbedürftige Häuser bewerten
Typische Merkmale stark sanierungsbedürftiger Häuser:
Schäden an der Bausubstanz: Risse im Mauerwerk, Feuchtigkeitsschäden, marode Dächer
Veraltete Haustechnik: Stromleitungen, Heizung und Sanitäranlagen müssen komplett erneuert werden
Mangelnde Energieeffizienz durch fehlende Dämmung und Einfachverglasung
Sicherheitsmängel und oft jahrelange Nichtbewohnung
Die Abgrenzung zwischen „sanierungsbedürftig“ und „stark sanierungsbedürftig“ ist bedeutsam für die Preisgestaltung. Ein sanierungsbedürftiges Haus ist noch bewohnbar, während ein stark sanierungsbedürftiges Haus ohne wesentliche Maßnahmen nicht bewohnbar ist.
Der Preis sollte die notwendigen Investitionen widerspiegeln und dennoch attraktiv genug sein. Eigennutzer, Handwerker, Investoren und Projektentwickler bilden unterschiedliche Zielgruppen, die sanierungsbedürftige Häuser mit verschiedenen Schwerpunkten bewerten.
Online-Bewertung oder Gutachter: Was ist der bessere Weg, um den Preis zu ermitteln?
Online-Bewertungstools und professionelle Gutachten stellen zwei unterschiedliche Ansätze mit spezifischen Vor- und Nachteilen dar.
Online-Bewertungen: Schnell, aber limitiert
Online-Bewertungen arbeiten mit statistischen Modellen und Durchschnittsdaten:
Vorteile:
Kostenlose erste Orientierung
Schnelle Ergebnisse binnen Minuten
Basieren auf umfangreichen Datenbanken
Nachteile:
Mikrolage wird zu grob abgebildet (Straßenseite, Lärm, Ausrichtung)
Zustand und Sanierungsstand werden unterschätzt
Spezielle Faktoren bei Eigentumswohnungen fehlen (Rücklagen, Sonderumlagen)
Können fünf- bis sechsstellige Bewertungsfehler verursachen
Online-Tools ersetzen weder echte Vergleichskäufe noch eine objektspezifische Bewertung. Sie eignen sich als erster Orientierungspunkt, sollten aber durch professionelle Bewertungen ergänzt werden.
Vor-Ort-Bewertung durch Sachverständige
Professionelle Bewertungen bieten Genauigkeit und Verlässlichkeit:
Vorteile:
Berücksichtigung spezifischer Merkmale und des lokalen Marktes
Persönliche Besichtigung und umfassende Datenanalyse
Hohe Akzeptanz bei Gerichten, Behörden und Finanzämtern
Gerichtsfeste Verkehrswertgutachten
Sachverständiger haftet für seine Bewertung
Nachteile:
Zeitintensiv (mehrere Wochen bis zur Fertigstellung)
Kostenpflichtig
Ein zertifizierter Sachverständiger ermittelt den Wert unter Berücksichtigung aller wertrelevanten Faktoren. Er berücksichtigt auch Schäden, Wertminderungen oder Werterhöhungen sachgerecht.
Ein belastbarer Marktwert entsteht aus echten Marktdaten, einem passenden Bewertungsverfahren sowie der sorgfältigen Betrachtung der Immobilie. Für Sie als Eigentümer bedeutet das: Wenn Ihnen jemand eine „marktgerechte“ Bewertung anbietet, sollte er erklären können, welche Vergleichsfälle herangezogen wurden, welcher Stichtag gilt und welche Objektmerkmale den Wert treiben oder bremsen.
Wie unterscheiden sich Verkehrswert und Angebotspreis voneinander?
Der Verkehrswert und der Angebotspreis sind zwei fundamental verschiedene Konzepte, deren Verwechslung zu erheblichen finanziellen Verlusten führen kann.
Der Verkehrswert als objektive Größe
Der Verkehrswert, auch Marktwert genannt, ist der objektive Wert einer Immobilie zu einem bestimmten Stichtag. Er wird nach anerkannten Bewertungsverfahren unter Berücksichtigung aller rechtlichen und tatsächlichen Eigenschaften ermittelt. Der Verkehrswert:
Bildet den wahrscheinlichsten Verkaufspreis ab
Dient als neutrale Grundlage für Immobilienfinanzierungen
Wird für steuerliche Zwecke herangezogen
Bildet die Basis zur Bestimmung des Angebotspreises
Der Angebotspreis als strategische Entscheidung
Der Angebotspreis ist die strategisch gewählte Eröffnungszahl, mit der eine Immobilie am Markt inseriert wird. Er liegt häufig leicht über dem angestrebten Verkaufspreis, um Verhandlungsspielraum zu schaffen. Der Angebotspreis ist eine Vermarktungsentscheidung und nicht zwingend mit dem tatsächlichen Wert verbunden.
Die Folgen eines zu hohen Angebotspreises sind wissenschaftlich belegt:
| Überpreis | Verkaufsdauer | Erzielter Verkaufspreis |
| 20 % über Marktwert | 372 Tage | 84 % des Marktwertes |
| 10 % über Marktwert | 267 Tage | 92 % des Marktwertes |
| 5 % über Marktwert | 122 Tage | 96 % des Marktwertes |
(Quelle: www.hoffmann-realestate.com)
Der tatsächliche Verkaufspreis
Der Verkaufspreis ist der tatsächlich vereinbarte Preis, zu dem ein Objekt verkauft wird. Er:
Entsteht durch Angebot und Nachfrage
Wird durch Verhandlungen zwischen Käufer und Verkäufer bestimmt
Wird erst mit Vertragsabschluss verbindlich
Kann vom ursprünglichen Angebotspreis erheblich abweichen
Ein häufiger Fehler ist die Annahme, der Verkaufspreis müsse zwingend höher als der Verkehrswert sein. Der Marktanpassungsfaktor beim Sachwertverfahren berücksichtigt die aktuellen Marktbedingungen: Liegen die durchschnittlichen Kaufpreise unter den Sachwerten, ist der Faktor geringer als 1, bei höheren Kaufpreisen liegt er über 1.
Welche Unterlagen benötigen Sie, um den Verkaufspreis fundiert zu bestimmen?
Eine fundierte Wertermittlung erfordert umfangreiche und aktuelle Dokumentation. Die Vollständigkeit der Unterlagen beeinflusst direkt die Genauigkeit der Bewertung.
Grundlegende Dokumente
Aktueller Grundbuchauszug
Maximal 3-6 Monate alt
Enthält Eigentumsverhältnisse, Grundschulden und Rechte Dritter
Zeigt Belastungen wie Nießbrauch oder Wegerechte
Auszug aus der Flurkarte (Liegenschaftskarte)
Maximal 3-6 Monate alt
Zeigt Größe und Lage des Grundstücks
Basis für die Grundstücksbewertung
Bauzeichnungen und Grundrisse
Alle geometrischen und statischen Informationen
Anzahl und Art der Zimmer
Raumaufteilung und -größen
Aktuelle Unterlagen inklusive An- und Umbauten
Spezifische Nachweise
Wohnflächenberechnung
Von größter Bedeutung für exakte Bewertung
Falls nicht vorhanden: Erstellung anhand der Baupläne möglich
Basis für Quadratmeterpreise
Energieausweis
Zwingend erforderlich
Dokumentiert energetischen Zustand
Beeinflusst den Kaufpreis erheblich
Modernisierungsnachweise
Rechnungen und Dokumentationen aller Sanierungen
Besonders wichtig: Fenster, Heizung, Dämmung, Bad
Fehlende Nachweise können zu Preisabschlägen von 5-15 % führen
Objektspezifische Unterlagen
Bei Eigentumswohnungen zusätzlich:
Protokolle der letzten drei Eigentümerversammlungen
Nebenkostenabrechnung
Aufteilungsplan
Höhe der Instandhaltungsrücklage
Bei vermieteten Objekten:
Alle Mietverträge
Nebenkostenabrechnungen
Nachweise über Mieteinnahmen
Bei besonderen Rechten oder Belastungen:
Erbbaurechtsverträge
Denkmalschutzbescheide
Auszug aus dem Baulastenverzeichnis
Eine vollständige Dokumentation spart Zeit und erhöht die Genauigkeit der Bewertung erheblich. Fehlende oder widersprüchliche Unterlagen schrecken Käufer ab oder führen zu deutlichen Preisabschlägen.
Welche Fehler sollten Sie vermeiden, wenn Sie den Preis für Ihr Haus festlegen?
Bei der Preisfestlegung werden immer wieder typische Fehler begangen, die zu signifikanten finanziellen Verlusten führen.
Orientierung an falschen Vergleichswerten
Der häufigste Fehler ist die Orientierung an Angebotspreisen statt an tatsächlichen Kaufpreisen. Viele Eigentümer schauen auf Immobilienplattformen: ein naheliegender, aber trügerischer Weg. Die dort sichtbaren Angebote spiegeln oft nicht den tatsächlichen Markt wider:
Viele Objekte starten mit überhöhten Preisen
Überteuerte Liegenschaften bleiben länger online und sind daher präsenter
Realistisch bepreiste Objekte verschwinden binnen weniger Wochen
Diese Verzerrung führt zu einem überhöhten Preisgefühl
Emotionale Überbewertung
„Ich habe ja so viel investiert“ ist eine typische Aussage. Aber Investitionen garantieren keine Wertsteigerung. Der Preis, den Sie sich wünschen, ist nicht immer der Preis, den der Markt bereit ist zu zahlen. Persönliche Erinnerungen und emotionale Bindung verfälschen die objektive Einschätzung erheblich.
Vernachlässigung relevanter Faktoren
Viele Faktoren beeinflussen den Wert einer Immobilie:
Lage und Infrastruktur
Zustand und Renovierungsbedarf
Energieeffizienz
Rechtliche Belastungen
Private Verkäufer bewerten oft nur offensichtliche Merkmale wie Größe oder Stil und ignorieren wichtige Details. Sanierungsstau wird häufig nicht vollständig berücksichtigt.
Strategische Fehler bei der Preissetzung
Ein zu hoher Verkaufspreis zu Beginn ist strategisch fehlerhaft. Nach Besichtigungen senken viele Verkäufer den Preis mehrfach. Bei echten Interessenten entsteht der Gedanke: „Ich warte mal ab, der Preis wird bestimmt noch weiter sinken.“
Die prozentuale Preisdifferenz sollte an der Dauer des Immobilieninserats orientiert werden. Ist ein Haus bereits lange inseriert und hat mehrere Monate keine Käufer gefunden, riskieren Interessenten Angebote von 10 % unter dem Listenpreis.
Unvollständige oder fehlerhafte Unterlagen
Käufer wollen Sicherheit. Fehlende oder widersprüchliche Unterlagen führen zu Preisabschlägen:
Fehlende Modernisierungsnachweise: Ohne Rechnung für die vor 8 Jahren eingebaute Heizung rechnet der Käufer mit einer alten Heizung und 10.000 € Preisabschlag
Falsche Wohnflächenberechnung: Schon kleine Fehler verfälschen den Wert erheblich
Unvollständige Energienachweise
Unterschätzte Nebenkosten und falsche Markteinschätzung
Neben dem Kaufpreis fallen weitere Kosten an:
Diese können bis zu 15 % des Kaufpreises ausmachen und werden oft nicht einkalkuliert. Der Zustand einer Immobilie wird häufig falsch eingeschätzt. Ein scheinbar kleiner Renovierungsbedarf kann schnell hohe Kosten verursachen.
Persönliche Gespräche während Besichtigungen
Aussagen wie „Wir haben hier 30 Jahre glücklich gelebt“ können kontraproduktiv sein. Käufer fühlen sich unwohl und können sich nicht vorstellen, in „Ihr“ Haus einzuziehen. Bleiben Sie bei Besichtigungen sachlich und professionell.
Fazit: Der Weg zum marktgerechten Verkaufspreis
Die Ermittlung eines realistischen Verkaufspreises erfordert fundiertes Wissen und objektive Betrachtung. Die drei anerkannten Bewertungsverfahren bieten je nach Objektart unterschiedliche Ansätze, die einzeln oder kombiniert zum Einsatz kommen. Besonders bei älteren oder sanierungsbedürftigen Häusern ist eine differenzierte Analyse unter Berücksichtigung von Alterswertminderung und Modernisierungen erforderlich.
Die Lage bleibt der dominanteste Preisfaktor, während die Energieeffizienz zunehmend an Bedeutung gewinnt. Online-Tools liefern eine erste Orientierung, ersetzen aber keine professionelle Bewertung. Der entscheidende Unterschied zwischen Verkehrswert und Angebotspreis muss verstanden werden: Ein marktgerechter Startpreis führt nachweislich zu schnelleren und erfolgreicheren Verkäufen.
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FAQ: Häufige Fragen zur Preisermittlung beim Hausverkauf
Es gibt mehrere Wege, den Wert Ihres Hauses zu ermitteln. Online-Wertrechner liefern anhand von Lage, Größe und Baujahr eine erste kostenlose Orientierung. Diese Tools basieren auf statistischen Modellen und Vergleichsdaten. Für eine präzisere Bewertung sollten Sie mehrere unabhängige Einschätzungen von Maklern oder Sachverständigen einholen.
Die zuverlässigste Variante ist ein professionelles Verkehrswertgutachten von einem zertifizierten Sachverständigen. Dieser besichtigt die Immobilie vor Ort, analysiert alle wertrelevanten Faktoren und erstellt eine gerichtsfeste Bewertung. Dabei berücksichtigt er Vergleichswerte, den Zustand, die Lage und alle anderen preisbeeinflussenden Faktoren.
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Der Markt bestimmt letztendlich den Preis. Sie können Ihre Immobilie zunächst zu jedem beliebigen Preis anbieten. Entspricht dieser Preis jedoch nicht dem Marktwert, wird das Haus nicht verkauft. Ein zu hoher Preis schreckt Käufer ab und führt zu verlängerter Vermarktungsdauer.
Der Verkaufspreis entsteht durch Verhandlungen zwischen Käufer und Verkäufer und muss marktgerecht sein. Forschungen zeigen: Überteuerte Immobilien werden am Ende nur zu 84 % des ursprünglich angestrebten Preises verkauft. Es ist daher strategisch sinnvoller, Ihr Haus zu einem realistischen Preis anzubieten.
Der Verkaufspreis basiert auf dem ermittelten Verkehrswert. Dieser wird nach einem der drei anerkannten Verfahren berechnet: Vergleichswertverfahren, Ertragswertverfahren oder Sachwertverfahren. Beim Vergleichswertverfahren werden ähnliche Immobilien analysiert und ihre Verkaufspreise als Grundlage herangezogen.
Der finale Verkaufspreis entsteht durch Verhandlungen und wird erst mit dem notariellen Kaufvertrag verbindlich. Er kann über oder unter dem Verkehrswert liegen, je nach Marktlage, Verhandlungsgeschick und individuellen Faktoren. Ein realistischer Angebotspreis, der nah am ermittelten Verkehrswert liegt, führt zu schnelleren Verkaufserfolgen.
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