Kaufnebenkosten Immobilie: Das komplette Finanzierungsmodell
Mit diesen versteckten Kosten sollten Sie beim Immobilienkauf rechnen – und so optimieren Sie Ihre Ausgaben
Immobilie kaufen

Was sind Kaufnebenkosten und warum fallen sie an?
Beim Erwerb einer Immobilie kommen zu dem reinen Kaufpreis noch erhebliche Zusatzkosten hinzu. Diese Kaufnebenkosten umfassen alle Ausgaben, die für den rechtsgültigen Eigentumserwerb notwendig sind. Sie setzen sich aus gesetzlich vorgeschriebenen Gebühren und Steuern zusammen, ohne die ein Immobilienkauf in Deutschland nicht möglich ist. Die Kosten entstehen, weil der Gesetzgeber bestimmte Schritte für einen rechtswirksamen Immobilienerwerb vorschreibt. Die notarielle Beurkundung ist beispielsweise zwingend erforderlich. Ohne sie ist der Kaufvertrag ungültig. Gleiches gilt für die Eintragung ins Grundbuch: Erst damit werden Sie offiziell zum Eigentümer. In diesem Beitrag erfahren Sie, welche Nebenkosten auf Sie zukommen, wie Sie diese berechnen und wo Sie Einsparpotenziale nutzen können.
Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine fachliche Beratung. Trotz sorgfältiger Recherche übernehmen wir keine Gewähr für Richtigkeit oder Vollständigkeit.
Das Wichtigste in Kürze
Gesamthöhe der Kaufnebenkosten liegt bei 9-15 % des Kaufpreises: Ohne Makler fallen etwa 9-12 % an, mit Maklerbeteiligung steigen die Kosten auf 10-15 %.
Die Grunderwerbsteuer variiert stark nach Bundesland: Bayern hat mit 3,5 % den niedrigsten Satz, während Brandenburg, NRW und das Saarland mit 6,5 % die höchsten Sätze verlangen.
Notarkosten sind bundesweit einheitlich geregelt: Sie betragen etwa 1,5-2 % des Kaufpreises und sind nicht verhandelbar, da sie gesetzlich festgelegt sind.
Kaufnebenkosten müssen aus Eigenkapital bezahlt werden: Banken finanzieren in der Regel nur den Kaufpreis selbst, nicht die zusätzlichen Nebenkosten.
Bremen erhöht die Grunderwerbsteuer ab Juli 2025: Die Steuer steigt von 5 % auf 5,5 %, was bei einem 400.000 € Objekt etwa 2.000 € Mehrkosten bedeutet.
Wie hoch sind die Kaufnebenkosten beim Immobilienkauf?
Die Höhe der Kaufnebenkosten hängt maßgeblich vom Bundesland und der Einbindung eines Maklers ab. Sie bewegen sich in einer Spanne zwischen 9 und 15 % des Kaufpreises. Diese erhebliche Bandbreite erklärt sich hauptsächlich durch die unterschiedlichen Grunderwerbsteuersätze der Bundesländer.
Durchschnittliche Prozentsätze der Kaufnebenkosten
Ohne Maklerbeteiligung müssen Sie mit 9 bis 12 % des Kaufpreises rechnen. Diese Kosten setzen sich aus der Grunderwerbsteuer, den Notar- und Grundbuchgebühren zusammen. Mit einem Makler erhöhen sich die Gesamtkosten auf 10 bis 15 % des Kaufpreises.
Die regionalen Unterschiede sind beträchtlich. In Bayern zahlen Sie aufgrund der niedrigen Grunderwerbsteuer von nur 3,5 % deutlich weniger als in Nordrhein-Westfalen mit 6,5 %. Diese Differenz von 3 Prozentpunkten macht bei einem Kaufpreis von 400.000 € bereits 12.000 € aus.
Beispielrechnungen für verschiedene Kaufpreise
Die konkreten Kosten lassen sich am besten anhand von Beispielrechnungen verdeutlichen. Betrachten wir drei unterschiedliche Szenarien:
Bremen (Kaufpreis 300.000 €, ab 01.07.2025):
| Kostenart | Prozentsatz | Betrag |
| Grunderwerbsteuer | 5,5 % | 16.650 € |
| Notar & Grundbuch | 2,0 % | 6.000 € |
| Maklerprovision | 3,57 % | 10.710 € |
| Gesamt | 11,12 % | 33.360 € |
(Quelle: www.effi.de)
Bayern (Kaufpreis 400.000 €):
| Kostenart | Prozentsatz | Betrag |
| Grunderwerbsteuer | 3,5 % | 14.000 € |
| Notar & Grundbuch | 2,0 % | 8.000 € |
| Maklerprovision | 3,57 % | 14.280 € |
| Gesamt | 9,07 % | 36.280 € |
Nordrhein-Westfalen (Kaufpreis 400.000 €):
| Kostenart | Prozentsatz | Betrag |
| Grunderwerbsteuer | 6,5 % | 26.000 € |
| Notar & Grundbuch | 2,0 % | 8.000 € |
| Maklerprovision | 3,57 % | 14.280 € |
| Gesamt | 12,07 % | 48.280 € |
Die Beispiele zeigen eindrucksvoll: Der Unterschied zwischen Bayern und Nordrhein-Westfalen beträgt bei gleichem Kaufpreis über 12.000 €. Diese Summe sollten Sie bei Ihrer Standortwahl durchaus berücksichtigen.
Welche einzelnen Kostenpositionen gehören zu den Kaufnebenkosten?
Die Kaufnebenkosten setzen sich aus verschiedenen Einzelposten zusammen. Jede Position erfüllt dabei eine wichtige Funktion im Erwerbsprozess. Verstehen Sie die einzelnen Komponenten, können Sie besser kalkulieren und eventuell Einsparpotenziale identifizieren.
Grunderwerbsteuer: die größte Einzelposition
Die Grunderwerbsteuer stellt in den meisten Bundesländern den größten Einzelposten dar. Seit der Föderalismusreform 2006 legen die Bundesländer ihre Steuersätze selbst fest. Das führt zu erheblichen regionalen Unterschieden.
Aktuelle Steuersätze 2025:
| Bundesland | Steuersatz |
| Bayern | 3,5 % |
| Bremen (bis 30.06.2025) | 5,0 % |
| Bremen (ab 01.07.2025) | 5,5 % |
| Baden-Württemberg, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt, Thüringen | 5,0 % |
| Hamburg, Sachsen | 5,5 % |
| Berlin, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern | 6,0 % |
| Brandenburg, Nordrhein-Westfalen, Saarland, Schleswig-Holstein | 6,5 % |
(Quellen: www.mussenbrock-partner.de, www.finanz-tools.de)
Die Bemessungsgrundlage bildet der komplette Kaufpreis inklusive Grundstück und Gebäude. Entscheidend für die Steuerhöhe ist das Datum der notariellen Beurkundung, nicht der Zeitpunkt der Zahlung.
Bewegliche Gegenstände wie Einbauküchen oder Möbel können Sie theoretisch separat ausweisen. Das Finanzamt akzeptiert jedoch maximal etwa 15 % des Gesamtpreises für Inventar. Vorsicht: Banken erkennen Möbel nicht als Beleihungswert an. Eine zu hohe separate Ausweisung kann zu Problemen bei der Finanzierung führen.
Von der Grunderwerbsteuer befreit sind Erwerbe zwischen Verwandten in gerader Linie, zwischen Ehegatten und Lebenspartnern sowie bei Grundstücken unter 2.500 € Wert.
Notar- und Grundbuchkosten: rechtliche Absicherung
Die Notar- und Grundbuchkosten sind bundesweit einheitlich geregelt und betragen zusammen etwa 1,5 bis 2 % des Kaufpreises. Diese Gebühren sind im Gerichts- und Notarkostengesetz (GNotKG) festgeschrieben und nicht verhandelbar.
Der Notar übernimmt dabei wesentliche Aufgaben: Er entwirft den Kaufvertrag, führt die Beurkundung durch und kommuniziert mit Banken und Behörden. Er beantragt die Auflassungsvormerkung, stellt Eintragungsanträge beim Grundbuchamt und überwacht den gesamten Prozess bis zur finalen Eigentumsumschreibung.
Die Grundbuchkosten von etwa 0,5 % des Kaufpreises decken die Eintragung des neuen Eigentümers ab. Falls Sie die Immobilie finanzieren, kommt noch die Eintragung der Grundschuld hinzu.
Beispielrechnung für 400.000 € Kaufpreis:
| Position | Betrag |
| Notarkosten | ca. 4.000 € |
| Grundbuchkosten | ca. 2.000 € |
| Gesamt | ca. 6.000 € |
(Quelle: www.akurat.net)
Die Notarrechnung erhalten Sie wenige Tage nach der Vertragsunterzeichnung. Der Grundbuchkostenbescheid folgt etwa vier bis sechs Wochen später vom zuständigen Amtsgericht.
Maklerprovision: variabel je nach Bundesland
Seit dem 23. Dezember 2020 gilt bei Einfamilienhäusern und Eigentumswohnungen eine neue gesetzliche Regelung: Wer den Makler beauftragt, trägt mindestens 50 % der Provision. Als Käufer zahlen Sie maximal die Hälfte der vereinbarten Maklerprovision.
Die ortsüblichen Provisionssätze bewegen sich bundesweit zwischen 5,95 % und 7,14 % des Kaufpreises. Bei einer häufigen Gesamtprovision von 7,14 % beträgt Ihr Käuferanteil somit 3,57 %.
Die Provision berechnet sich einfach: Kaufpreis multipliziert mit dem Provisionssatz geteilt durch 100. Bei einem Kaufpreis von 400.000 € und 7,14 % Gesamtprovision zahlen beide Parteien zusammen 28.560 €. Ihr Anteil als Käufer beläuft sich auf 14.280 €.
Wichtig zu wissen: Maklerverträge benötigen seit Ende 2020 die Textform. Ohne schriftlichen Vertrag besteht kein Provisionsanspruch. Verstößt der Makler gegen die Teilungsregel, wird die gesamte Provisionsvereinbarung nichtig.
(Quellen: www.drklein.de, www.immoverkauf24.de)
Weitere Nebenkosten: von Gutachten bis Umzug
Neben den Hauptkostenpunkten fallen weitere Ausgaben an, die Sie einkalkulieren sollten:
Ein Immobiliengutachten kostet je nach Umfang zwischen 500 € und 6.000 €. Ein Kurzgutachten für den Eigengebrauch erhalten Sie für 500 € bis 2.000 €. Benötigen Sie ein gerichtsfestes Verkehrswertgutachten, müssen Sie mit 1.500 € bis 6.000 € rechnen.
Die Gebäudeversicherung geht beim Eigentümerwechsel automatisch auf Sie über. Die Kosten variieren je nach Ausstattung, Lage und Baujahr der Immobilie. Banken verlangen diese Versicherung meist als Bedingung für die Finanzierung.
Bei der Finanzierung entstehen weitere Nebenkosten: Die aktuellen Zinsen für eine 10-Jahres-Zinsbindung liegen 2025 bei etwa 3,0 % bis 3,5 %. Manche Banken erheben Bearbeitungsgebühren oder Schätzkosten zwischen 200 € und 500 €.
Der Umzug schlägt mit etwa 1.000 € für ein professionelles Umzugsunternehmen zu Buche. Die tatsächlichen Kosten hängen von der Entfernung und dem Umfang ab.
Planen Sie außerdem Mittel für eventuelle Renovierungen ein. Als Faustregel sollten Sie 5 bis 10 % des Kaufpreises für versteckte Mängel und notwendige Modernisierungen bereithalten.
Wie berechnen Sie Ihre persönlichen Kaufnebenkosten?
Die Berechnung Ihrer individuellen Kaufnebenkosten erfolgt in drei einfachen Schritten.
Bestimmen Sie zunächst Ihr Bundesland und schauen Sie in der Tabelle nach dem geltenden Grunderwerbsteuersatz. Dieser bildet die Basis Ihrer Kalkulation.
Im zweiten Schritt addieren Sie alle Komponenten: Grunderwerbsteuer nach Bundesland, Notar- und Grundbuchkosten von etwa 1,5 bis 2,0 % sowie gegebenenfalls die Maklerprovision von circa 3,57 % bei hälftigem Split.
Wenden Sie diese Prozentsätze auf Ihren Kaufpreis an. In Bayern ergeben sich beispielsweise: 3,5 % Grunderwerbsteuer plus 2 % Notar und Grundbuch plus 3,57 % Maklerprovision gleich 9,07 % Gesamtnebenkosten. In Nordrhein-Westfalen summieren sich die Kosten auf 12,07 %.
Nutzen Sie zur genauen Berechnung einen der verfügbaren Online-Rechner, beispielsweise von der Sparkasse. Diese Tools berücksichtigen alle regionalen Besonderheiten und geben Ihnen eine präzise Kostenschätzung.
Bedenken Sie dabei: Banken finanzieren die Kaufnebenkosten in der Regel nicht mit. Diese Summe müssen Sie aus Ihrem Eigenkapital aufbringen. Vergessen Sie auch nicht die laufenden Nebenkosten nach dem Kauf. Als Faustregel gelten hier etwa 4 € pro Quadratmeter Wohnfläche monatlich für Betriebskosten. Zusätzlich sollten Sie mindestens 1 € pro Quadratmeter monatlich für die Instandhaltungsrücklage einplanen.
Tipps zur Finanzierung und Optimierung der Nebenkosten
Mit der richtigen Strategie können Sie Ihre Kaufnebenkosten optimieren und die Finanzierung solide aufstellen.
Eigenkapital strategisch einsetzen
Planen Sie mindestens 20 bis 30 % des Kaufpreises inklusive Nebenkosten als Eigenkapital ein. Die Kaufnebenkosten müssen Sie komplett aus eigenen Mitteln bezahlen. Ab einem Eigenkapitalanteil von 20 bis 30 % erhalten Sie deutlich bessere Zinssätze. Eine Vollfinanzierung ist zwar möglich, führt aber zu Zinsaufschlägen und erfordert eine ausgezeichnete Bonität.
Grunderwerbsteuer legal reduzieren
Bewegliche Gegenstände wie Einbauküchen können Sie theoretisch separat ausweisen. Das Finanzamt akzeptiert jedoch maximal etwa 15 % des Kaufpreises für Inventar. Gehen Sie hier äußerst vorsichtig vor: Banken erkennen Möbel nicht als Beleihungswert an. Eine unrealistische Aufteilung kann zu Problemen mit dem Finanzamt oder sogar zur Kreditkündigung führen. Stimmen Sie eine solche Aufteilung unbedingt vorab mit Ihrer Bank und dem Steuerberater ab.
Maklerprovision und Notarkosten
Seit 2020 ist die Maklerprovision gesetzlich geregelt: Sie zahlen als Käufer maximal 50 %. Eine weitere Reduzierung ist nicht möglich. Der Eigenverkauf ohne Makler spart zwar Kosten, ist aber aufwendig und rechtlich komplex.
Bei den Notarkosten haben Sie keinen Verhandlungsspielraum, da die Gebühren gesetzlich festgelegt sind. Sie können jedoch den Notar frei wählen und sollten auf guten Service achten.
Finanzierung optimieren
Vergleichen Sie unbedingt die Konditionen verschiedener Banken. Die Unterschiede können mehrere Prozentpunkte betragen. Verbessern Sie Ihre Bonität vor der Kreditanfrage: Ein guter SCHUFA-Score führt zu besseren Zinsen. Jeder zusätzliche Prozentpunkt Eigenkapital kann die Zinsen merklich senken.
Prüfen Sie auch staatliche Förderungen: KfW-Programme unterstützen energetische Sanierungen und können Teile der Kaufnebenkosten abdecken. Bei vermieteten Objekten sind die Kaufnebenkosten als Anschaffungsnebenkosten steuerlich absetzbar.
Timing nutzen
Achten Sie auf angekündigte Steuererhöhungen. Bremen erhöht beispielsweise zum 1. Juli 2025 die Grunderwerbsteuer von 5 % auf 5,5 %. Bei einem 400.000 € Objekt sparen Sie durch einen Vertragsabschluss vor diesem Termin 2.000 €. Entscheidend ist das Beurkundungsdatum, nicht der Zahlungstermin.
Bilden Sie außerdem rechtzeitig Rücklagen für die laufenden Betriebskosten. Mit 4 € pro Quadratmeter Wohnfläche monatlich plus 1 € Instandhaltungsrücklage sind Sie auf der sicheren Seite.
Fazit: Kaufnebenkosten richtig kalkulieren und finanzieren
Die Kaufnebenkosten von 9 bis 15 % des Kaufpreises stellen eine erhebliche finanzielle Belastung dar. Mit der richtigen Vorbereitung und Kalkulation vermeiden Sie jedoch böse Überraschungen. Besonders wichtig: Diese Kosten müssen Sie aus Eigenkapital stemmen, da Banken sie normalerweise nicht mitfinanzieren.
Die regionalen Unterschiede sind beträchtlich. Zwischen Bayern und Nordrhein-Westfalen liegt bei einem 400.000 € Objekt eine Differenz von über 12.000 € allein bei den Nebenkosten. Nutzen Sie die dargestellten Optimierungsmöglichkeiten, aber gehen Sie dabei stets seriös vor.
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Häufig gestellte Fragen zu Kaufnebenkosten Immobilien
Beim Immobilienkauf fallen zwei Arten von Kosten an: einmalige Kaufnebenkosten und laufende Betriebskosten als Eigentümer.
Die einmaligen Kaufnebenkosten betragen ohne Makler 9 bis 12 % des Kaufpreises, mit Makler 10 bis 15 %. Sie setzen sich zusammen aus der Grunderwerbsteuer (3,5 % bis 6,5 % je nach Bundesland), Notarkosten (etwa 1,0 %), Grundbuchkosten (etwa 0,5 %) und gegebenenfalls der Maklerprovision (bis 3,57 % Käuferanteil). Optional kommen Gutachten zwischen 500 € und 6.000 € hinzu.
Als Immobilienbesitzer zahlen Sie monatlich laufende Nebenkosten. Dazu gehören Grundsteuer, Wasser und Abwasser, Heizung und Warmwasser, Strom, Gebäudeversicherung sowie Kosten für Schornsteinfeger, Müllabfuhr und Straßenreinigung. Rechnen Sie mit etwa 4 € pro Quadratmeter Wohnfläche monatlich. Bei einem 150-Quadratmeter-Haus bedeutet das circa 600 € monatliche Betriebskosten. Zusätzlich sollten Sie eine Instandhaltungsrücklage von 1 € pro Quadratmeter bilden.
Die Berechnung der monatlichen Nebenkosten erfolgt über eine einfache Formel: Wohnfläche in Quadratmetern multipliziert mit 4 € ergibt die monatlichen Nebenkosten.
Für ein 100-Quadratmeter-Haus zahlen Sie etwa 400 € monatlich, für 140 Quadratmeter circa 560 € und für 150 Quadratmeter rund 600 €. Diese 4 € pro Quadratmeter umfassen Heizung, Wasser, Strom, Versicherung, Grundsteuer und Wartungskosten. Zusätzlich empfiehlt sich 1 € pro Quadratmeter als Instandhaltungsrücklage, sodass Sie insgesamt mit etwa 5 € pro Quadratmeter kalkulieren sollten.
Die tatsächlichen Kosten variieren: Ältere Häuser liegen oft über 4 € pro Quadratmeter, energieeffiziente Neubauten können darunter liegen. Auch regionale Unterschiede bei Grundsteuer und Energiepreisen beeinflussen die Gesamtkosten.
Als Eigentümer tragen Sie verschiedene Arten von Nebenkosten. Fest zu zahlende Posten sind die jährliche Grundsteuer an die Gemeinde, die Gebäudeversicherung, die Heizungswartung und die Schornsteinfegergebühren.
Verbrauchsabhängig fallen monatliche Kosten für Heizung, Warmwasser, Strom, Wasser und Abwasser sowie Müllabfuhr an. Als Eigentümer tragen Sie die volle Verantwortung für nicht umlagefähige Kosten wie Verwaltungskosten, außergewöhnliche Reparaturen und Instandhaltungsrücklagen.
In Wohnungseigentümergemeinschaften zahlen Sie monatliches Hausgeld, das Verwaltung, Versicherungen und Instandhaltung abdeckt.
Bei der Immobilienfinanzierung entstehen verschiedene Zusatzkosten. Manche Banken erheben Bearbeitungsgebühren, andere verzichten darauf. Schätzgebühren für die Immobilie bewegen sich zwischen 200 € und 500 €, einige Banken übernehmen diese Kosten. Die Grundschuldbestellung ist bereits in den Notar- und Grundbuchkosten enthalten.
Die laufenden Kreditkosten setzen sich aus Zinsen und Tilgung zusammen. 2025 liegen die Zinsen für eine 10-Jahres-Zinsbindung bei 3,0 % bis 3,5 %. Der genaue Zinssatz hängt von Ihrer Bonität, der Laufzeit, der Darlehenssumme und dem Beleihungsauslauf ab. Bereitstellungszinsen fallen an, wenn Sie das Darlehen nicht sofort abrufen.
Viele Banken verlangen eine Gebäudeversicherung als Finanzierungsbedingung. Eine Risikolebensversicherung ist optional, schützt aber Ihre Familie im Todesfall.
Besonders wichtig: Banken finanzieren Kaufnebenkosten normalerweise nicht mit. Diese müssen Sie komplett aus Eigenkapital bezahlen. Eine Vollfinanzierung inklusive Nebenkosten ist möglich, führt aber zu deutlich höheren Zinsen. Bei 100 % Beleihung zahlen Sie merklich mehr als bei 80 %.

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