Werden die Immobilienpreise 2026 wieder steigen? Eine Prognose

Moderate Erholung, regionale Unterschiede und der Einfluss von Energieeffizienz.

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Was bewegt den Immobilienmarkt gerade?

Der deutsche Wohnimmobilienmarkt befindet sich 2026 in einer Phase vorsichtiger Erholung. Nach den Preiskorrekturen der Jahre 2022 bis 2024 stabilisieren sich die Werte wieder, und erste Preissteigerungen sind messbar. Gleichzeitig bleibt das Marktumfeld komplex: steigende Baukosten, veränderte Zinslandschaft, Wohnraummangel und neue energetische Anforderungen prägen die Lage. In diesem Beitrag erfahren Sie, welche Faktoren die Immobilienpreise 2026 antreiben, wo Chancen liegen und worauf Sie als Käufer oder Verkäufer achten sollten.

Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine fachliche Beratung. Trotz sorgfältiger Recherche übernehmen wir keine Gewähr für Richtigkeit oder Vollständigkeit.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Markt erholt sich moderat: Im Bundesdurchschnitt steigen die Immobilienpreise 2026 um etwa 2 bis 4 %, nach einer Korrekturphase von 2022 bis 2024.

  • Neubaukrise verschärft die Lage: Das ifo-Institut erwartet für 2026 nur noch rund 175.000 Fertigstellungen pro Jahr, was einem Rückgang von 40 % gegenüber 2022 entspricht. Die jährliche Angebotslücke beträgt weit über 100.000 Wohnungen.

  • Bauzinsen bleiben auf erhöhtem Niveau: Zehnjährige Darlehen kosten Anfang 2026 etwa 3,5 bis 4,0 % effektiv. Deutliche Zinssenkungen sind nicht zu erwarten.

  • Energieeffizienz entscheidet über den Wert: Effiziente Gebäude erzielen spürbare Preisaufschläge, während unsanierte Objekte mit Abschlägen und längeren Vermarktungszeiten rechnen müssen.

  • Regionale Unterschiede sind erheblich: Metropolen und deren Umland verzeichnen Preissteigerungen von 3 bis 5 %, strukturschwache ländliche Regionen hingegen Stagnation oder leichte Rückgänge.

  • Baukosten bleiben hoch: Im Februar 2026 lagen die Preise für den Neubau von Wohngebäuden 3,3 % über dem Vorjahresmonat, was den Neubau weiter bremst und Bestandsimmobilien stützt.

  • Keine Immobilienblase in Sicht: Strenge Kreditvergabe, hohe Eigenkapitalanforderungen und ein normalisiertes Preis-Miet-Verhältnis sprechen gegen einen spekulativen Preisverfall.

Wie sieht die aktuelle Ausgangslage auf dem Immobilienmarkt aus?

Um die Preisentwicklung 2026 einzuordnen, lohnt ein Blick zurück. Nach mehr als einem Jahrzehnt nahezu ununterbrochener Preissteigerungen bis 2021 brachte der abrupte Zinsanstieg 2022 eine spürbare Korrektur. Die Kaufpreise für Wohnimmobilien gingen in vielen Regionen inflationsbereinigt um 8 bis 15 % zurück. Es war weniger das Platzen einer Blase als eine Anpassung an ein deutlich höheres Zinsniveau nach Jahren historisch niedriger Finanzierungskosten.

Ab 2024 setzte eine Bodenbildung ein. Daten des Statistischen Bundesamts zeigen, dass die Wohnimmobilienpreise im dritten Quartal 2025 bundesweit 3,3 % über dem Vorjahresquartal lagen. Eine Auswertung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) kommt für 2025 auf durchschnittliche Kaufpreissteigerungen von 2,3 % gegenüber 2024 und spricht von einem „verstetigten Preisaufschwung“. (Quelle: destatis.de)

Zu Beginn des Jahres 2026 setzt sich diese Tendenz fort. Der Europace-Hauspreisindex (EPX), der auf realen Transaktionsdaten basiert, zeigt für April 2026 einen Anstieg des Gesamtindex um 0,42 % gegenüber dem Vormonat. Eigentumswohnungen verteuerten sich um 0,32 %, neue Ein- und Zweifamilienhäuser sogar um 0,99 %. Die Dynamik ist damit deutlich verhaltener als in den Boomjahren vor 2022, aber eindeutig aufwärtsgerichtet.

Aktuelle Preisniveaus im Überblick

ObjekttypØ-Preis pro m² (Q1 2026)Veränderung zum Vorquartal
Eigentumswohnungen (Bestand)3.484 €leicht positiv
Ein-/Zweifamilienhäuser (Bestand)3.038 €leicht positiv

(Quelle: EPXMean)

Bitte beachten Sie, dass sich diese Preise ändern können und regional erheblich abweichen. Für aktuelle und standortgenaue Werte schauen Sie gerne in unsere aktuellen Immobilienangebote.

Parallel dazu bleibt der Mietmarkt angespannt. Neuvertragsmieten stiegen im ersten Quartal 2026 bundesweit um durchschnittlich 3,5 % gegenüber dem Vorjahr, in Städten wie Düsseldorf und Köln sogar um knapp 6 %. (Quelle: destatis.de) Das erhöht den Druck auf Mieter und verstärkt für bestimmte Haushalte den Anreiz, trotz höherer Zinsen Wohneigentum zu erwerben.

Strukturell prägend ist ein deutliches Missverhältnis zwischen Wohnungsangebot und Bedarf. Das IW Köln beziffert den jährlichen Neubaubedarf auf rund 372.000 Wohnungen, während 2025 nur etwa 235.000 Fertigstellungen erwartet wurden. Diese jährliche Lücke von über 100.000 Einheiten wirkt als dauerhafter Preistreiber.

Welche Faktoren bestimmen die Immobilienpreise im Jahr 2026?

Die Immobilienpreise 2026 entstehen im Zusammenspiel mehrerer Kräfte. Ich möchte Ihnen die wichtigsten davon erläutern, damit Sie die Prognosen besser einordnen können.

Das Zinsumfeld

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat die Leitzinsen seit Juni 2025 auf einem stabilen Niveau gehalten. Der Hauptrefinanzierungssatz liegt bei 2,15 %, die Einlagenfazilität bei 2,0 %. In den Sitzungen von März und April 2026 gab es keine Veränderungen. Für Baufinanzierungen resultieren daraus effektive Topkonditionen für zehnjährige Darlehen im Bereich von etwa 3,5 bis 4,0 %. (Quelle: lbbw.de)

Das ist aus historischer Perspektive moderat, aber deutlich höher als in den Jahren 2015 bis 2021. Viele Kaufentscheidungen, die in der Unsicherheitsphase aufgeschoben wurden, werden nun schrittweise wieder getroffen.

Wirtschaftliche Rahmenbedingungen

Ein stabiler Arbeitsmarkt und steigende Realeinkommen erhöhen die Fähigkeit der Haushalte, Kaufpreise zu tragen. Die Inflationsrate lag in Deutschland im April 2026 bei 2,9 %, getrieben vor allem durch höhere Energie- und Rohstoffpreise. Großhandelspreise für Metalle stiegen im Jahresvergleich um 40,2 %, Mineralölerzeugnisse sogar um 37,3 %. Das verteuert Bauleistungen und erhöht den Betriebskostendruck in unsanierten Gebäuden. (Quelle: destatis.de)

Demografische Entwicklung

Deutschland altert, die Zahl der Einpersonenhaushalte wächst, und die Nachfrage konzentriert sich weiterhin auf urbane, wirtschaftlich starke Regionen. Zuwanderung verstärkt diese Entwicklung in Großstädten und Hochschulstandorten zusätzlich. Der Sachverständigenrat für Integration und Migration stellt im Jahresgutachten 2026 fest, dass in vielen Städten eine wachsende Nachfrage auf ein stagnierendes Angebot trifft.

Regulierung und Energiepolitik

Die Grundsteuerreform, das Gebäudeenergiegesetz (GEG) mit Sanierungspflichten beim Eigentümerwechsel sowie die CO₂-Bepreisung im Wärmebereich erhöhen die Kosten für ineffiziente Immobilien und verschieben Wertverhältnisse zugunsten energieeffizienter Objekte.

Kreditvergabe und Eigenkapital

Banken verlangen heute häufig 20 bis 40 % Eigenkapital vom Kaufpreis, da sie Sanierungsrisiken und steigende Betriebskosten stärker in ihre Risikomodelle einbeziehen. Eine Studie des IfW Kiel zeigt, dass sich der Eigenkapitalbedarf für durchschnittliche Immobilienkäufe in den vergangenen Jahrzehnten nahezu verdreifacht hat. Die eigentliche Erschwinglichkeitshürde liegt damit weniger bei der Monatsrate als beim aufzubringenden Eigenkapital.

Warum könnte der Mangel an Neubauten die Immobilienpreise im Jahr 2026 ansteigen lassen?

Der Neubaumangel ist einer der stärksten strukturellen Treiber für steigende Immobilienpreise im Jahr 2026. Mehrere unabhängige Institutionen zeichnen ein konsistentes Bild: Die Fertigstellungszahlen fallen dramatisch hinter den Bedarf zurück.

Der Neubaumangel bleibt 2026 ein zentraler Treiber für den Wohnungsmarkt. Das ifo-Institut erwartet für Deutschland rund 185.000 fertiggestellte Wohnungen, deutlich weniger als 2022, während der jährliche Bedarf je nach Institut weiterhin bei gut 300.000 Wohnungen liegt. Destatis meldete für März 2026 zwar einen Anstieg der Baugenehmigungen, das Niveau bleibt aber niedrig, sodass von einer echten Trendwende noch keine Rede sein kann. (Quellen: www.ifo.de, destatis.de)

Was treibt die Krise an?

Die Gründe für den Einbruch im Wohnungsbau sind vielfältig und verstärken sich gegenseitig:

  • Stark gestiegene Baukosten machen viele Projekte unwirtschaftlich

  • Erhöhte Zinsen verteuern die Projektfinanzierung

  • Verschärfte energetische Bauanforderungen erhöhen die Herstellungskosten

  • Rückgang der Baugenehmigungen, der bereits 2022 einsetzte

  • Kommunale und genossenschaftliche Wohnungsunternehmen können unter den aktuellen Konditionen kaum noch wirtschaftlich bauen

Für den Kaufmarkt bedeutet dies: Die Nachfrage, die auf dem Mietmarkt keinen bezahlbaren Wohnraum findet, sucht zunehmend Eigentum. Gleichzeitig kann das knappe Neubauangebot diese Nachfrage nicht befriedigen. Das lenkt die Aufmerksamkeit verstärkt auf Bestandsimmobilien, besonders solche mit guter Lage und zeitgemäßer Ausstattung. Der strukturelle Neubaumangel bildet damit eine robuste Unterstützung für die Immobilienpreise, insbesondere in wachstumsstarken Regionen.

Wie stark beeinflussen die Bauzinsen die Immobilienpreise im Jahr 2026?

Die Bauzinsen wirken als einer der sensibelsten Hebel für die Immobiliennachfrage. Nach dem sprunghaften Anstieg 2022 und 2023, der zeitweise deutlich über 4 % für zehnjährige Zinsbindungen lag, hat sich das Zinsniveau 2024 und 2025 schrittweise stabilisiert.

Finanzierungsvermittler berichten Anfang Mai 2026 von einem effektiven Topzins von etwa 3,65 % für zehnjährige Darlehen.

(Quelle: drklein.de)

Zinsen wirken in beide Richtungen

Einerseits verteuern diese Zinsen die Finanzierung gegenüber den Niedrigzinsjahren erheblich. Die maximal tragbare Verschuldung ist gesunken, und viele Kreditinstitute haben ihre internen Kalkulationen entsprechend angepasst. Andererseits schafft die Stabilisierung des Zinsniveaus mehr Planbarkeit. Kaufentscheidungen, die in der Hochunsicherheitsphase zurückgestellt wurden, werden nun schrittweise nachgeholt.

Marktbeobachter beschreiben den Immobilienmarkt 2026 deshalb weder als ausgeprägten Käufer- noch als Verkäufermarkt, sondern als „Markt der Differenzierung“: Gut finanzierte Käufer und qualitativ hochwertige Objekte finden zueinander, während Grenzfälle schwerer realisiert werden.

Hinzu kommt ein wichtiges Gegengewicht: Wenn Mieten kräftig steigen, während die Kreditrate nominal konstant bleibt, verbessert sich die relative Position von Eigentümern im Zeitverlauf. Berechnungen von Finanzierungsberatern zeigen, dass sich Wohneigentum trotz gestiegener Zinsen oft lohnt, sofern das Kaufpreis-Miet-Verhältnis nicht deutlich über 25 Jahreskaltmieten liegt.

Für das weitere Jahr 2026 erwarten Dr. Klein und andere Finanzierungsvermittler eine weitgehende Seitwärtsbewegung der Bauzinsen im genannten Korridor. Drastische Zinssenkungen auf Vorkrisenniveau sind nicht zu erwarten, solange die EZB ihren abwartenden Kurs beibehält.

Welche Auswirkungen haben die Baukosten auf die Immobilienpreise im Jahr 2026?

Die Baukosten sind 2026 ein zentraler Faktor auf dem Immobilienmarkt. Sie bremsen den Neubau, verteuern Sanierungen und stützen gleichzeitig die Werte von Bestandsimmobilien.

Statistische Daten des Statistischen Bundesamts zeigen: Die Preise für den Neubau konventionell gefertigter Wohngebäude lagen im Februar 2026 um 3,3 % über dem Niveau des Vorjahresmonats und um 1,5 % über dem Stand von November 2025. Damit setzt sich ein kontinuierlicher Kostendruck fort, der bei ohnehin hohen Ausgangsniveaus spürbar ist. (Quelle: destatis.de)

Noch deutlicher sind die Preissteigerungen bei zentralen Baumaterialien. Im April 2026 lagen die Großhandelspreise für Metalle und Metallhalbzeug um 40,2 % über dem Vorjahresniveau, Mineralölerzeugnisse sogar um 37,3 % höher. Diese Positionen sind wesentliche Komponenten der Baukosten: für Stahlkonstruktionen, Betonzusätze und die Baustellenlogistik.

Was bedeutet das für Käufer und Verkäufer?

Für Neubauobjekte ist die Konsequenz eindeutig: Neue Ein- und Zweifamilienhäuser wurden im EPX für April 2026 mit einem monatlichen Preisanstieg von knapp 1 % ausgewiesen, während Bestandsobjekte nur schwach zulegten. Hohe Baukosten, gestiegene Löhne im Bauhauptgewerbe und verschärfte energetische Anforderungen verteuern jeden neuen Quadratmeter.

Für Eigentümer von Bestandsimmobilien bedeutet das: Der hohe Herstellungspreis neuer Gebäude stärkt die relative Attraktivität und damit den Wert bestehender, gut gepflegter Objekte. Das gilt besonders in Lagen, in denen kaum neue Flächen zur Verfügung stehen.

Gleichzeitig treffen hohe Baukosten auch Eigentümer, die sanieren müssen. Wer ein älteres Gebäude modernisieren oder energetisch ertüchtigen will, muss mit erheblichen Investitionskosten kalkulieren. Förderprogramme der KfW können hier einen Teil der Kosten abfedern, ändern aber nichts an der grundlegenden Preisentwicklung auf dem Markt.

Wie unterscheiden sich die Immobilienpreise im Jahr 2026 zwischen Metropolen und ländlichen Regionen?

Pauschalaussagen über „die“ Immobilienpreise in Deutschland greifen 2026 zu kurz. Die regionalen Unterschiede sind erheblich, und sie betreffen sowohl das Preisniveau als auch die Richtung der Entwicklung.

Metropolen: Hohe Preise, anhaltende Nachfrage

In Großstädten wie München, Berlin, Hamburg und Frankfurt sowie in deren Speckgürteln bleibt die Nachfrage hoch. Laut EPX-Daten kostete eine Eigentumswohnung in München im März 2026 im Durchschnitt etwa 7.500 Euro pro Quadratmeter. In Dortmund waren es demgegenüber rund 2.408 Euro pro Quadratmeter. Das bedeutet: Eine 90 Quadratmeter große Wohnung kostet in München etwa 675.000 Euro, in Dortmund rund 216.700 Euro.

Eine detaillierte Marktanalyse für München kommt für April 2026 sogar auf durchschnittliche Quadratmeterpreise von etwa 8.100 Euro für Eigentumswohnungen und rund 12.000 Euro für freistehende Einfamilienhäuser.

Ost-West-Unterschiede

Im Ost-West-Vergleich sind Wohnimmobilien in den neuen Bundesländern im Durchschnitt günstiger als im Westen. Zugleich entwickeln sich einzelne ostdeutsche Regionen prozentual teils stärker als der Bundesdurchschnitt, allerdings auf deutlich niedrigerem Preisniveau. Die genauen Quadratmeterpreise unterscheiden sich je nach Objektart, Lage und Datenquelle erheblich.

Umland: Oft dynamischer als die Kernstädte

Besonders auffällig ist die Entwicklung in den Umlandregionen der Metropolen. Familien und Haushalte mit mittleren Einkommen weichen zunehmend in gut angebundene Speckgürtel aus, wo Preise moderat und Wohnfläche verfügbarer ist. Der IW-Wohnindex bestätigt, dass im Umland der Metropolen die Preissteigerungen teilweise stärker ausfallen als in den Kernstädten selbst.

Strukturschwache Regionen: Stagnation oder Rückgang

In ländlichen Räumen mit Bevölkerungsrückgang, insbesondere in Teilen Ostdeutschlands, im Saarland und im Ruhrgebiet, sieht das Bild anders aus. Dort ist eher mit stagnierenden oder leicht rückläufigen Preisen zu rechnen, vor allem bei Objekten mit Modernisierungsstau oder ungünstiger Lage. Leerstand bleibt dort ein strukturelles Problem, und zusätzlicher Neubau würde die Situation eher verschlechtern.

Für die Prognose 2026 lässt sich daher zusammenfassen: In Metropolen und deren Umland sind Preissteigerungen von 3 bis 5 % für hochwertige und energieeffiziente Objekte realistisch. Strukturschwache Regionen mit sinkender Bevölkerung müssen dagegen eher mit stagnierenden oder leicht rückläufigen Preisen rechnen.

Wie wichtig ist die Energieeffizienz für die Immobilienpreise im Jahr 2026?

Die Energieeffizienz eines Gebäudes ist 2026 kein Nebenmerkmal mehr, sondern einer der zentralen Werttreiber am Immobilienmarkt. Regulatorische Vorgaben, strukturell hohe Energiepreise und eine veränderte Käuferperspektive sorgen dafür, dass der energetische Zustand eines Gebäudes unmittelbar in den Preis eingeht.

Was der regulatorische Rahmen bedeutet

Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) schreibt bei bestimmten Anlässen, insbesondere beim Eigentümerwechsel, Pflichtmaßnahmen zur energetischen Verbesserung vor. Dazu gehören die Dämmung der obersten Geschossdecke, die Isolierung von Heiz- und Warmwasserrohren sowie der Austausch veralteter Öl- und Gasheizkessel, die älter als 30 Jahre sind. Neu eingebaute Heizsysteme müssen überwiegend mit erneuerbaren Energien betrieben werden, operationalisiert über die sogenannte 65-Prozent-Erneuerbaren-Regel.

Wer ein Gebäude kauft, sollte deshalb sorgfältig prüfen, welche Maßnahmen direkt nach dem Eigentümerwechsel verpflichtend werden. Diese Kosten sind in den Kaufpreis einzurechnen.

Was die CO₂-Bepreisung kostet

Der CO₂-Preis im Wärmebereich steigt 2026 auf bis zu 65 Euro pro Tonne. Das hat spürbare Auswirkungen auf die laufenden Heizkosten. Ein Beispiel verdeutlicht die Unterschiede:

GebäudetypJahresverbrauch GasCO₂-Kosten 2026 (ca.)
Unsaniertes Haus (Gasheizung)~20.000 kWh263 bis 311 €
Gut saniertes Effizienzhaus (Gas)~6.500 kWh85 bis 101 €
Unsaniertes Haus (Ölheizung, 2.000 l)~2.000 Liter349 bis 412 €
Gut saniertes Haus (Öl, 650 l)~650 Liter113 bis 134 €

(Quelle: adac.de)

Diese Zahlen illustrieren: Energetische Qualität schlägt sich nicht nur im Kaufpreis nieder, sondern beeinflusst die monatliche Belastung für Jahre.

Was der Markt tatsächlich zahlt

Marktanalysen von Maklerhäusern wie Engel & Völkers bestätigen, dass der energetische Zustand 2026 zu einem fundamentalen Wertfaktor avanciert ist. Immobilien mit exzellenten Energiewerten erzielen signifikant höhere Verkaufspreise als vergleichbare, unsanierte Gebäude. Sie sind zugleich schneller vermittelbar. Unsanierte Objekte hingegen müssen Preisabschläge hinnehmen und bleiben länger auf dem Markt.

Banken greifen diesen Trend auf und kalkulieren bei schlecht eingestuften Gebäuden mit höheren Nebenkosten, zusätzlichem Sanierungsbedarf und einem erhöhten Verwertungsrisiko. Das bedeutet in der Praxis: Für unsanierte Objekte verlangen Kreditinstitute mitunter höhere Eigenkapitalquoten oder Zinsaufschläge.

Die KfW fördert energetische Sanierungen über ihr Effizienzhaus-Programm mit zinsgünstigen Krediten und Tilgungszuschüssen. Höhere Effizienzstufen gehen dabei mit besseren Konditionen einher. Das macht Investitionen in den energetischen Zustand nicht nur ökologisch, sondern zunehmend auch ökonomisch sinnvoll.

Fazit: Der Markt erholt sich, aber selektiv

Die verfügbaren Daten und Prognosen zeigen ein klares Bild: Die Immobilienpreise in Deutschland steigen 2026 im Bundesdurchschnitt wieder, allerdings moderat, differenziert und stark abhängig von Lage, Objektqualität und Energieeffizienz. Mehrere seriöse Institutionen, darunter der Bundesverband der Volks- und Raiffeisenbanken (BVR), das IW Köln und verschiedene Finanzierungsplattformen, erwarten für 2026 gesamtdeutsche Preissteigerungen im Bereich von 2 bis 4 %. Der BVR prognostiziert konkret ein Preisplus von rund 3,1 % für selbstgenutzte Wohnimmobilien.

Treiber dieser Entwicklung sind der anhaltende Neubaumangel, hohe Baukosten, steigende Mieten und die wachsende Bedeutung energetischer Qualität. Gebremst wird sie durch das erhöhte Zinsniveau, strenge Kreditvergabe und hohe Eigenkapitalanforderungen. Eine Immobilienblase ist dabei nicht in Sicht: Das Preis-Miet-Verhältnis hat sich nach der Korrektur normalisiert, und die Kreditvergabe bleibt diszipliniert.

Was 2026 besonders deutlich wird: Pauschale Preisentwicklungen sagen wenig über die Chancen im Einzelfall. Metropolen und deren gut angebundenes Umland entwickeln sich anders als strukturschwache Regionen. Energieeffiziente Objekte entwickeln sich anders als unsanierte Häuser mit Modernisierungsstau.

Jede Immobilie ist individuell. Was sie heute wert ist und wie sie sich 2026 auf dem Markt verhält, hängt von vielen Faktoren ab, die ich seit über 35 Jahren im Rhein-Main-Gebiet beurteile. Sie möchten wissen, was Ihre Immobilie wert ist? Gerne biete ich Ihnen eine kostenfreie und unverbindliche Immobilienbewertung an. Und wenn Sie auf der Suche nach einer passenden Immobilie sind, entdecken Sie unsere aktuellen Immobilienangebote im Rhein-Main-Gebiet.

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